Geschäftsbericht 2010

Ich will hier nun zum dritten Mal mein 2009 benutztes Bild vom Fußball bemühen, um die Situation unseres Stadtteils zu beschreiben. Hieß es damals: „Die Spielbedingungen werden härter“, so müssen wir heute eingestehen: „Der Aufstieg wurde nicht geschafft“. Wir sehen es an den weiterhin zahlreichen Leerständen. Der vielbeschworene und in den Medien laut besungene „Aufschwung“ oder gar „Aufschwung XXL“ ging an unserem Stadtteil – und nicht nur an ihm – bisher vorbei. Das leerstehende Dieler-Haus symbolisiert weiterhin deutlich die stagnierende Situation. Und wie das in solchen Phasen ist, wenn der Aufstieg trotz aller Anstrengungen nicht in Sicht ist, schleicht sich Müdigkeit bei den Spielern ein und das Publikum beginnt zu murren.
Aber vielleicht waren die Erwartungen auch etwas zu hoch und ist unter ungünstigen Umständen der Erhalt der Klasse ja bereits eine große Leistung. Und vielleicht wurden ja bereits – vom großen Publikum unbemerkt – Strukturveränderungen in die Wege geleitet, die den Verein zukunftsfähig machen.

Zur konkreten Arbeit

Wie in jedem Jahr war WAB – das Fest einer der Arbeitsschwerpunkte der WAB. Leider mussten wir und nicht zuletzt auch unser Veranstalter die Erfahrung machen, dass auch ein noch so attraktives Programm, eine verbesserte Werbung und ein größeres Händlerangebot nicht zu einer Steigerung der Besucherzahlen und v.a. der Verweildauer und des Konsums der Besucher führen.
Für den Veranstalter war das Fest ein ökonomischer Misserfolg. Und das war es auch früher schon.
Ob es einen dauerhaften Imageerfolg für unseren Stadtteil war, kann bezweifelt werden.
Die Gründe hierfür sind m.E. nicht hausgemacht. Wir müssen uns darüber im klaren sein, dass wir mit dieser Art Fest in Konkurrenz zu einer immer größeren Zahl von Großevents stehen, deren Aufwand und Programmqualität für uns unerreichbar sind. Es gibt da eine Übersättigung, unter der auch andere traditionelle Feste zu leiden haben (z.B. Kemnade in Flammen, Kemnade International, Bürgerwoche etc).

Im Gegensatz dazu hat sich unser Herbstmarkt erfreulich weiterentwickelt – sowohl hinsichtlich des Angebots und der Teilnehmer als auch hinsichtlich der Besucher-zahlen. Der Herbstmarkt hat das Potential, eine ähnliche Ausstrahlungsqualität zu entwickeln wie der Weihnachtsmarkt im Dorf, weil hier Langendreer und Langendreerer aktiv sind und zusammenkommen. Wer hier präsent ist, hat ein bekanntes Gesicht.

Dies zeigt uns, dass wir nur auf dem Weg erfolgreich sein können, den wir bereits beschritten haben und auf dem auch erhebliche Fortschritte erkennbar sind: Betonung des Ortsbezugs. Einbeziehung und Vernetzung der am Ort vorhandenen Strukturen und Organisationen. Das gilt für den Herbstmarkt wie auch für zukünftige Sommerfeste.
Mitglieder von Kirchengemeinden, Sportvereinen und einfache Bürger haben sich mit uns getroffen und sich aktiv in die Stadtteilarbeit eingebracht. Hier sei insbesondere die freie evangelische. Gemeinde genannt. Auch der Kontakt mit der Kath. St. Mariengemeinde hat sich verbessert und es deuten sich konkrete Schritte der Zusammenarbeit an.
Leider haben die meisten Mitglieder der WAB ihre Aktivitäten weiterhin auf bloße Beobachtung und Kommentierung der Vorstandsarbeit beschränkt.

Ansonsten haben wir natürlich unsere Brot- und Butteraktivitäten fortgeführt:
- unsere wie immer erfolgreiche Stiefelaktion
- die Schmückung des Stadtteils mit Weihnachtsbäumen

Die Aldi-Ansiedlung scheint vom Tisch zu sein. Unsere Stellungnahme gegen sie am geplanten Ort (Bahngelände) war indes unter den Mitgliedern nicht unumstritten.

Nicht umgesetzt wurden:
- die geplante Beschilderung des Stadtteils
- der Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung

Beides scheiterte zum einen an der nicht üppigen finanziellen Ausstattung der WAB. Was die Weihnachtsbeleuchtung betrifft, so hoffen wir, dabei in diesem Jahr einen entscheidenden Schritt voranzukommen (s. Planung). Von der geplanten Beschilderung haben wir auch deshalb abgesehen, weil Aufwand und Ertrag u.E. angesichts der Angebotsqualität des Stadtteils in keinem vernünftigen Verhältnis standen.

Die Mitgliederentwicklung ist leider mäßig rückläufig. Austritte erfolgten in erster Linie infolge von Geschäftsaufgaben. Es gab aber auch einige wenige Austritte aufgrund von Unzufriedenheit mit der Arbeit der WAB.

Bei allen erfolgreichen und auch weniger erfolgreichen Aktivitäten hatten wir den großen Vorteil, dass unser Dorfmeister André Lipinski vor Ort war. Nicht zuletzt ihm haben wir den Erfolg des Herbstfestes zu verdanken und ohne ihn sind Stiefelaktion und der Weihnachtsschmuck ein erheblicher Kraftakt.
An dieser Stelle ausdrücklicher Dank an André.

Zusammenfassung

Wie einleitend bereits bemerkt hat sich ein wenig Müdigkeit in der WAB eingestellt. Betrachtet man das Geleistete aber realistisch, so wird deutlich, dass wir zwar von der Erfüllung unserer Wünsche noch weit entfernt sind, den Rahmen unserer Möglichkeiten aber doch größtenteils ausgeschöpft haben. Vor allem sind wir unserem Ziel, die vorhandenen Strukturen zusammenzuführen, ein großes Stück näher gekommen.


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